Exchange Online vs. Exchange On-Premises

Exchange Online vs. Exchange On-Premises

By Nicolas Blank | September 05, 2017

Microsoft Exchange ist für Unternehmen auf der ganzen Welt zweifellos einer der beliebtesten Messaging-Dienste. Obwohl Exchange On-Premises (für lokal betriebene Exchange-Server) im Laufe der Jahre starke Aufmerksamkeit zuteil wurde, insbesondere in Bezug auf die Entwicklung, den Betrieb und die Wartung der Umgebung, hat der allmähliche Übergang zur Cloud eine angeregte Diskussion über Exchange Online angestoßen.

In Anbetracht dessen, dass Unternehmen bei der Frage, ob E-Mail-Dienste lokal oder in der Cloud betrieben werden, weitestgehend von der IT abhängig sind, ist es doch unerlässlich, sich mit der Zukunft der E-Mail- und Kalender-Systeme zu befassen. In diesem Artikel heben wir die jeweiligen Funktionen von Exchange Online und Exchange On-Premises hervor und skizzieren die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Lösungen.

Die richtigen Fragen stellen

Bevor wir die Unterschiede zwischen Exchange Online und lokal betriebenen Exchange-Servern analysieren, müssen wir uns zunächst die Herausforderungen vieler Unternehmen hinsichtlich ihrer E-Mail-Ökosysteme vor Augen führen.

Im Folgenden werden die dringendsten Fragen aufgeführt, mit denen sich Unternehmen beschäftigen:

  • Können die User jederzeit und von jedem Gerät aus arbeiten?
  • Ist und bleibt E-Mail das wichtigste Kommunikationsmittel?
  • Was passiert, wenn der E-Mail-Server ausfällt?
  • Wie synchronisieren Anwender ihre Kontakte, Kalender, Termine und E-Mails?

Wenn Sie eine der oben aufgeführten Fragen nachvollziehen können, ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass sich Ihr Unternehmen mit der Frage beschäftigen muss, ob es sich auf Exchange Online oder Exchange On-Premises stützen soll. Auch wenn sich diese häufigen Schwachpunkte nicht gänzlich mit den Herausforderungen Ihres Unternehmens decken, hilft Ihnen die genaue Betrachtung der Unterschiede zwischen Exchange Online und lokal betriebenen Exchange-Servern bei der Eingrenzung, für welche Version Sie sich entscheiden sollen.

Unterschiede zwischen Exchange Online und lokal betriebenen Exchange-Servern

1. Online-Fähigkeit
Natürlich nutzt Exchange Online die Vorteile von Online-Diensten und           -Funktionen, die für lokal betriebene Exchange-Server nicht verfügbar sind. Neben den Diensten im Bereich Maschinelles Lernen, die automatisch zwischen verschiedenen Arten von Nachrichten wählen, hat Exchange Online Kollaborationsfunktionen vorzuweisen, wie Office 365 Groups, deren Implementierung bei lokal betriebenen Exchange-Servern nahezu unmöglich ist.
Beispielsweise wären bei lokal betriebenen Exchange-Servern – im Vergleich zu der erforderlichen Dauer für die Bereitstellung einer Office 365 Group auf Exchange Online – mehrere Wochen für die Installation nötig, damit Anwender von Funktionen, wie Team-Postfächern, profitieren können.

2. Größenvorteile
Exchange On-Premises hat Mühe damit, die schiere Größe und den Umfang des Postfachs von Exchange Online zu kopieren. Da Exchange On-Premises mittelgroße Server und JBOD-Festplatten innerhalb der bevorzugten Exchange-Architektur nutzt, bedarf es eines enormen Maßes an Skalierbarkeit, um das zu erreichen, was Exchange Online ermöglicht.

Bei Exchange On-Premises sind zudem Komponenten, wie Lastverteiler, redundante Rechenzentren sowie die Verteilung von Postfächern nötig, um das Risiko zu senken. Obwohl Exchange On-Premises genauso zuverlässig sein kann wie Exchange Online, kann die Kosten-Risiko-Analyse einen schwierigen Balanceakt darstellen – je geringer das Risiko bei lokal betriebenen Servern, desto höher die Kosten pro Postfach.   

3. Geschwindigkeit
Exchange On-Premises kann nicht nur unmöglich mit Exchange Online mithalten, wenn es um den Zeitaufwand für die Bereitstellung von Benutzer-Postfächern geht, sondern auch, wenn man die Geschwindigkeit für die Aktualisierung von Firmware betrachtet. Im Vergleich zu den Veröffentlichungszeitplänen der Update-Versionen für lokal betriebene Server von Microsoft, die vier Mal im Jahr erscheinen, kann Exchange Online tägliche Updates bieten.

Exchange On-Premises bietet Funktionen über Servicepakete und kumulative Updates, die je nach der Exchange-Version variieren. Darüber hinaus können Servicepakete und kumulative Updates auch die Aktualisierung anderer Abhängigkeiten erforderlich machen, wie beispielsweise bei .NET.

Dahingegen absorbiert Exchange Online diese Abhängigkeiten und bietet Funktionen mit enormen Geschwindigkeitsunterschieden. Was Exchange Online in Minutenschnelle oder innerhalb ein paar Stunden schafft, sind bei Exchange On-Premises Monate oder Jahre nötig, um ein Massenupdate für die Enterprise-Versionen von Exchange durchzuführen.

4. Effizienz der Betriebsabläufe
Bei Exchange Online ist die Prüfung von Datensicherungen, die Überwachung von Anwendungsprotokollen oder gar der Wiederausgleich von Database Availability Groups seitens der Administratoren nach dem Patchen der Serverfarm nicht erforderlich. Bei Exchange On-Premises müssen Administratoren Statusprüfungen bei allen oben genannten Aufgaben durchführen und zusätzlich für den Aufbau und die Wartung eines zuverlässigen Dienstes sorgen. Bei Exchange On-Premises ist zudem Betriebspersonal erforderlich, was eine zusätzliche Belastung darstellt.

5. Flexibilität
Zwar ist Exchange Online großzügig im Hinblick auf die Bereitstellung von bis zu 100 GB Speicherplatz und unbegrenzter Archivierung der Postfächer – es ist jedoch alles andere als flexibel. Anwender können nur das nutzen, was in der Leistungsbeschreibung von Exchange Online dargelegt wird. Sie können jedoch ihre Optionen nicht erweitern, außer wenn sie die Funktionen selbst entwickeln.
Exchange On-Premises hingegen bietet ein Höchstmaß an Flexibilität bei der Implementierung – zumal die IT bei beschränkten Budgetmitteln Vorsorge dafür treffen kann. Dazu gehören eine Multi-Tenant-Implementierung für Hosted Exchange, die kundenspezifische Anpassung von Outlook Web Access (OWA) oder gar die Anforderung, innerhalb des Transport-Stapels einen Code auszuführen. Bei Exchange On-Premises ist die Möglichkeit, Funktionen anzupassen und zu implementieren, einzig und allein durch die Ressourcen und das Budget des Unternehmens eingeschränkt.

Fazit

Zwar gibt es zahlreiche Unterschiede zwischen Exchange Online und Exchange On-Premises. Die Entscheidung für den Einsatz von lokal betriebenen Servern oder einer Cloud-Lösung sollte jedoch immer auf Basis der Voraussetzungen oder notwendigen Funktionen des Unternehmens getroffen werden.

Da es schwierig für Unternehmen ist, sich gegen unverzichtbare Funktionen zu entscheiden, geht die endgültige Entscheidung über die Art der Implementierung von Postfächern im gesamten Unternehmen tendenziell darauf zurück, ob die zwingenden Voraussetzungen dafür erfüllt sind.

Mehr Funktionen auf Exchange mit Metalogix

Egal, ob Sie Exchange Online oder Exchange On-Premises einsetzen wollen – mit Metalogix können sie E-Mails, Benutzer und mehr in jedem Fall optimal verwalten.

Schauen Sie sich eine Demonstration der Archive Manager Exchange Edition an und erfahren Sie, wie Sie schon heute mit der Archivierung, Verwaltung und Sicherung Ihrer Unternehmens-E-Mails beginnen können.


Nicolas Blank

Nicolas is the founder of NBConsult in South Africa. At NBConsult is an architect, author and speaker focused on all things Exchange and Cloud. With over 20 years of experience on Exchange, Nicolas consults to customers globally on cloud based and on-premises Exchange as well as ISVs building Exchange focused products. Nicolas has extensive experience using Azure to create public and private Azure based offerings leveraging cloud based principles and common sense. Nicolas has been awarded the Microsoft MVP award, 10 years in a row for Microsoft Exchange. Nicolas has co-authored “Microsoft Exchange Server 2013: Design, Deploy and Deliver an Enterprise Messaging Solution”, published by Sybex and “Azure Site Recovery: IaaS Migration and Disaster Recovery” published by Pluralsight.

Written By: Nicolas Blank

Leave a Comment

Add new comment